Freitag, 29. Mai 2020

„Corona-Pfingsten“

 

Von Dr. Arthur Manukyan, Berufsschulpastor

 

Liebe Schülerinnen und Schüler,

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Liebe Schulgemeinschaft,

 

„Der Geist weht, wo er will“, dieser Spruch mag vielen von uns bekannt sein. Unberechenbar und ungewiss, ja sogar launenhaft ist er, der „Geist“. Wie ein Wind… Was er wirkt und bewirkt, lässt sich nicht einkalkulieren. Genau diese Unsicherheit ist es, die uns auch heute wieder einmal nicht behagt. Was der nächste Tag mit sich bringt, wissen wir immer noch nicht so recht. Wie gerne würden wir doch wieder fest planen können – weg vom Geist der Unsicherheit! Trotz aller wohltuender Lockerungen, die nun kommen, spüren wir, dass wir länger mit den Unsicherheiten leben müssen…

  – dieser Spruch hat eigentlich biblische Wurzeln. Im Zusammenhang mit Pfingsten taucht er auf. Das Pfingstfest, der 50. Tag nach Ostern, ist dem „Geist Gottes“ gewidmet. Wie ein Wind braust und weht er, wo er will, so wird das in der Bibel erzählt. Aber ganz anders als unser Sprachgebrauch es vermuten lässt. Der „Geist Gottes“ stärkt durch unsichere Zeiten hindurch, lässt uns Gemeinschaft neu und anders erleben und den festen Boden unter den Füßen wieder spüren. Wie er das macht? – Scheinbar ganz einfach, indem er uns eine verantwortliche Freiheit aufzeigt: achtsam und aufmerksam, taktvoll und respektvoll miteinander umgehen, trotz der schwierigen Zeiten nicht nur an sich selbst denken, sondern auch auf andere achten. Gerade in diesen unsicheren Corona-Zeiten brauchen wir mehr davon. Mehr von diesem Geist!

 

Frohe Pfingsttage und bleiben Sie behütet!