05.Mai 2023

Klimawandel hautnah

Am Mittwoch, 19.04.2023 hatten vier Lerngruppen der Fachoberschule und der Berufsfachschule Gestaltungstechnische Assistenz Gelegenheit, mit Klimabotschafter:innen bzw. Umweltbotschafter:innen für Kinderrechte über eben diese Themen ins Gespräch zu kommen. 

 

Nach kurzen Vorstellungsrunden ging es schnell in die inhaltliche Auseinandersetzung mit umweltbezogenen Themen. Schnell wurde klar, wie unterschiedlich die Berührungen mit den Folgen des Klimawandels sind. Die drei jungen Gäste aus Zimbabwe, Mexiko und den Philippinen berichteten auf sehr persönliche Art, wie ihr tägliches Leben vom Klimawandel und seinen Auswirkungen geprägt ist. So gingen Kimberleys Erinnerungen an Zyklon Idai (2019) wohl jedem Anwesenden sehr unter die Haut. Die Folgen reichen von zerstörten Gebäuden und Landschaften über Obdachlosigkeit bis zu psychischen Problemen der Menschen, die traumatisiert von ihren Erlebnissen sind. Am schwersten sind Kinder und junge Menschen betroffen. Noch heute – 4 Jahre später - leben Opfer des Zyklons in Zelten. Zur Sprache kamen auch Umweltprobleme wie Luftverschmutzung verursacht durch Straßenverkehr, Abholzung, Naturkatastrophen, Verwendung von Chemikalien in der Landwirtschaft, Wasserverschwendung und exzessive Jägerei.

 

 

Klares Ziel der Klimabotschafter:innen war es, mit unseren Schüler:innen in den Dialog zu treten. Sie diskutierten über juristische Voraussetzungen zur Erreichung von Klimazielen sowie „intergenerational justice“. Unsere Gäste wollten herauszufinden, wie junge Menschen dem Thema Klimawandel gegenüberstehen und was junge Menschen hier tun, um die Folgen aufzuhalten. Dabei ging es nicht um Patentrezepte oder Handlungsanweisungen, sondern vielmehr um individuelle Handlungsstrategien. Ein sehr schönes Beispiel hierfür steuerte die 18jährige Kimberley (Zimbabwe) bei: „If you like to sing make a song“. Zur Veranschaulichung zeigte sie uns eines ihrer Videos, dass sie im Rahmen ihres Engagements für UNCEF Zimbabwe aufgezeichnet hat. 

 

Blue Green Planet song: https://youtu.be/uo_mRvd9ovU

 

Das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit wird in vielen Unterrichtfächern thematisiert, doch selten ist es so lebendig wie in dieser direkten Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen. Das Leben von Khyle (Philippinen), Maria (Mexiko) und Kimberley (Zimbabwe) ist deutlich stärker geprägt von den Folgen des Klimawandels als das unserer Schüler:innen, die aber nun zumindest eine etwas konkretere Vorstellung davon haben, was es bedeutet, aus dem „global south“ zu stammen. 

 

Ein Radiobericht wird auf NDR1 einen Einblick in den Ablauf des Besuches der Klimabotschafter:innen geben.

 

Die drei Klimabotschafter:innen sind Gäste der Kinderrechtsorganisation Terre des hommes Osnabrück. Terre des Hommes- Mitarbeiterin Anna Büschemann und Bastian Stöppler sowie zwei weitere Mitarbeiter:innen haben unsere Gäste begleitet. Im Rahmen der 375 Jahrfeier zum Westfälischen Frieden liegt der Fokus auf Klimaschutz als Friedensgrundlage. 

 

https://www.tdh.de/was-wir-tun/arbeitsfelder/gesunde-umwelt/meldungen/klimabotschafterinnen-fordern-recht-auf-gesunde-umwelt/

 

Terre des hommes kämpft für Rechtsgrundlagen, damit das Recht von Kindern auf eine gesunde und saubere Umwelt bis September 2023 in UN-Konventionen manifestiert wird. 

 

Ein privater Kontakt einer Kollegin zu einer Mitarbeitern von Terre des Hommes Osnabrück gab die Initialzündung für die Idee, unseren Schüler:innen die Möglichkeit zu eröffnen mit den Klimabotschafter:innen in Kontakt zu kommen. 

 

Wir bedanken uns ausdrücklich für diese tolle Begegnung!

 

R. Kötter