Bauzeichner bloggen aus Finnland

61° 30′ N, 23° 45′ E - Tampere, Finnland. 1400 km von Osnabrück entfernt und für die nächsten drei Wochen im Rahmen eines ERASMUS+-Praktikums am Tredu Vocational College(www.tredu.fi) der vorübergehende Arbeitsplatz von Kristina Brose, Ferdinand Feldkamp, Lena Schön und Sophia Struß, allesamt Bauzeichner*innen im zweiten Ausbildungsjahr am BSZW.

Hier berichten Sie täglich über Ihre Erlebnisse und Begegnungen.

Arne Schmidt (Fachbereich Bautechnik)

18.05.2019

 

Hallihallo ihr Lieben!

 

Warum so gut gelaunt ? Weil heute unser letzter Arbeitstag dieser Woche war und wir mal richtig was geschafft haben! Team Ferdinand und Sophia arbeiteten weiter an der Umrandung ihrer Terrasse - Team Kristina und Lena stellten nach tagelangem Warten auf das richtige Holz endlich ihre Brüstung fertig.

Mit viel Motivation und guter Laune geladen ging es wieder einmal nach „Tampere-City“, um die etwas versteckte aber wunderschöne Stadtmarkthalle und einen internationalen Markt zu besuchen, der mehr an ein Streetfoodfestival aus allen umliegenden Ländern erinnerte… unter anderem gab es dort auch ein „German BBQ“, was uns ein wenig Heimat nahebrachte.

Nachdem wir uns ein wenig umgesehen und einige Souvenirs angeeignet hatten, ging es zurück zum Apartment, wo wir uns nach den zahlreichen Leckereien auf dem Markt ein paar gute deutsche Eierpfannkuchen machten. Unser finnischer Mitschüler Jasper kam uns daraufhin kurzer Hand besuchen und brachte uns im Tausch zu unseren Pfannkuchen einen typischen finnischen Nachtisch namens Mämmi mit, den angeblich nur Finnen mögen… und das würden wir so auch direkt unterschreiben. Der Geruch erinnert an Malzbier, die Konsistenz an Pudding und er wird warm mit Vanillesoße gegessen. An sich klingt das nicht schlimm, am Ende haben wir allerdings doch nur den Vanilleteil wirklich gemocht.

Der Kulturenaustausch ging weiter indem wir Jasper Phase 10 und einige schwierige Wörter wie Bratwurst oder Rasensprenger beibrachten, die er allerdings nicht aussprechen konnte ohne das R zu rollen. Damit er sich dann auch über unsere schlimme Aussprache belustigen konnte, brachen wir uns die Zunge bei den Versuchen Wörter wie „jäätelötötterö“ (Eiscremekugel), „raparperipiiraka“ (Rhabarberkuchen) und dem aller schlimmsten „epäjärjestelmällistyttämättömyydellään“, was so viel heißt wie unsystematische Form.

Ihr seht jedenfalls hier wird sich bei der Integration viel Mühe gegeben und wir bleiben gespannt was wir sonst noch alles lernen werden.

15.05.19   Tag 12

 

Hyvää iltaa!

 

Diesen Arbeitstag verbrachten wir damit die Kopfseiten der Terrasse zu verkleiden. Dazu haben erneut Ferdinand und Sophia zunächst weitere senkrechte Stützbalken angeschraubt, um dort danach die Holzverkleidung zu befestigen. Das Arbeiterpaar Lena und Kristina ersetzten in der Zeit einige falsch gekürzte Dachpfannen durch neue in den richtigen Maßen.

 

Den Nachmittag verbrachten wir in einer öffentlichen Sauna am See Kaukkukari am nördlichen Hafen Tamperes. In Finnland hat das Saunieren Tradition und eine eigene Sauna ist in den Wohnhäusern fast so selbstverständlich wie z.B. eine Küche oder ein Badezimmer. Für die Finnen bedeutet das nicht etwa nur für 10 Minuten entspannend und in Ruhe zu schwitzen, sondern mit Freunden und viel Unterhaltung einen gemütlichen Tag zu verbringen. Dabei geht es dementsprechend auch etwas wilder her als in Deutschland. Ständig kommen neue Leute rein und wechseln ihren Platz mit denjenigen, die zum Baden im 6 Grad kalten See die Sauna verlassen. 

Nachdem auch wir mit klopfenden Herzen und vor Schmerz verzerrten Gesichtern einige zappelnden Züge durch das Seewasser wagten, hatten wir erst wenig Verständnis für die Begeisterung, die die Finnen für diesen Brauch hegen. Doch als wir uns danach in die Sonne legten und den nächsten und den nächsten und den nächsten Gang hinter uns brachten, kamen wir so richtig in Schwung und wollten am liebsten nie wieder gehen…

14.05.2019  Tag 11

 

Guten Abend,

Heute waren wir den ersten Tag so richtig fleißig auf der Baustelle… verhältnismäßig ;).

Ferdinand und Sophia bohrten zwei Durchlässe für einen Lüftungskanal während Kristina und Lena Holz für eine Terrassenbrüstung zuschnitten und befestigten. Zuletzt halfen wir noch gemeinsam unseren finnischen Mitschülern beim Verlegen des Terrassenbodens.

Nach unser annähernd meisterhaften Arbeit genossen wir in einem alten und beliebten Kaffeehaus mit selbstgemachtem Gebäck den anfänglichen Nachmittag. 

Hervorragend gestärkt ging es mit reichlich Gelächter weiter über einen Spielplatz zum Fernsehturm „Näsinneula“, von dessen 120 Meter hohen Plattform wir einen grandiosen Ausblick über die Stadt und die umliegenden Seen Tamperes genossen.

13.05.2019 Tag 10

 

Moi moi!

Heute war wieder ein normaler Tag auf der Baustelle. Wir haben die Fensterrahmen fertiggestellt und an dem Türrahmen weitergearbeitet. Den Nachmittag verbachten wir mit den Finnischen Schülern und spielten bei zwar niedrigen Temperaturen dafür aber bei strahlendem Sonnenschein Beachvolleyball und Fußball. Selbst das fehlende Netz konnte uns nicht aufhalten! Danach setzten wir uns noch bei einer Pizza zusammen und verbesserten unsere Finnisch-Sprachkenntnisse.


12.05.2019  Tag 9

 

Mahlzeit Freunde!

Heute starteten wir noch etwas später als gestern bis nahezu gar nicht in den Tag. 

Erschöpft von der letzten Nacht quälten wir uns gegen 13 Uhr als den Laken, einige erklärten sich zum Wäsche waschen bereit, die anderen kauften ein und kochten Abendessen. Anhand dieser meisterhaften Arbeitsteilung brachten wir den Nachmittag doch noch hinter uns und ließen den Abend wie schon so oft mit der ein oder andere Runde Phase 10 ausklingen.

11.05.2019  Tag 8

 

Hi Fans!

 

Heute starteten wir nach der „anstrengenden“ ersten Woche etwas später in den Tag. 

Nachdem wir uns auf ein Tagesprogramm geeinigt hatten besuchten wir erst das Kunstmuseum „Kimmo Pyykkö“ in Kangasala, einer Nachbarstadt östlich von Tampere. Dort haben wir eine Ausstellung des Künstlers Samuli Heimonen besichtigt. 

Danach ging es zurück in Tamperes Innenstadt in einen Burgerladen, dessen Koch vor einigen Jahren den finnischen Top-Chef-Wettbewerb gewonnen hatte.

Nach dieser mehr als zufrieden stellenden Mahlzeit verbrachten wir den Abend mit unseren WG-Mitbewohnern und zwei ihrer Freunde. Zu neunt ging es dann in einen Club namens „Blume“ und genauso blumig ging es darin auch vor. Wir wussten zwar bereits, dass die Finnen eher etwas schüchterner sind, hatten aber nicht erwartet, dass wir dennoch um halb 1 nachts die ersten sein werden, die die Tanzfläche eröffnen müssen. Wir schienen aber mit unserer Ausgelassenheit für genug Motivation gesorgt zu haben, weshalb die Stimmung schnell nach oben getrieben wurde und wir noch einen spaßigen Abend zusammen hatten.

10.05.2019 Tag 7

 

Hallo,

 

Heute waren wir mal nicht auf der Baustelle. Die finnischen Schüler hatten Unterricht und deswegen zeigte unser Lehrer Perttu uns sein Sommerhaus mit eigenem „Saunaboot“.

Danach ging es zu einem sehr schönen Aussichtsturm und ins „Vehoniemen Automuseum“, ein Museum in welchem private Spender ihre Oldtimer zur Ausstellung freigeben können. Die Tour beendeten wir mit einem Kaffee und einer finnischen Art von Berliner in der „Konditoria Mari“, welche laut Perttu die beste in der ganzen Stadt sein soll…und das ist sie wahrscheinlich auch. 

Unseren Nachmittag verbrachten wir damit etwas durch eines der Einkaufszentren zu bummeln und am Abend zusammen zu kochen.

09.05.2019 Tag 6

 

Moi, 

ihr denkt bestimmt wir berichten heute wieder von unseren Fenster- und Türen, an denen wir auf der Baustelle arbeiten. Aber nein - wir kamen erst gar nicht dazu. Unser Lehrer nahm uns direkt morgens mit zum Baumarkt, wo wir Holz und Trockenbauplatten kauften und diese dann zu einer anderen Baustelle brachten. Dort konnte Perttu uns eine etwas andere, in Finnland typische Bauweise von Reihenhäusern erklären, die sich z.B. darin unterscheidet, dass die Fassade nicht mit Holz verkleidet, sondern verputzt wird.

Nach dieser Tour war der Arbeitstag auch schon wieder rum. Aufgrund des außerordentlich guten Wetters von 16 Grad und Sonnenschein überlegten wir uns zu einem wunderschönen See nicht weit von unserer Wohnung entfernt zu fahren und dort den Nachmittag zu verbringen.

08.05.19 – Tag 5

 

Hello everybody! 

Ihr fragt euch bestimmt warum jetzt auf Englisch?!

Das liegt daran, dass wir heute zum ersten Mal während der Arbeit intensiven Kontakt mit unseren finnischen Mitschülern aufnehmen konnten. Leider sprechen diese schlechteres Englisch als erwartet, was jedoch durch reichliches Gestikulieren und viel Humor ausgeglichen werden kann.

Wir haben heute mit Ihnen weiter an Tür- und Fensterrahmen gebastelt, wobei unser Lehrer Perttu uns den Umgang mit den Basic-Maschinen wie der Kreissäge und Nagelpistole näher brachte. 

 

Am Nachmittag besichtigten drei von uns den Hafen von Tampere und legten bereits einige Restaurants fest, in denen wir noch dinieren werden.

07.05.2019 - Tag 4

Moro again!

Vorab einige allgemeine Infos zur Ausbildung im Baugewerbe in Finnland:

Es ist üblich, dass die Auszubildenden aus allen Gewerken erst drei Monate die Schule besuchen, um dort das Wichtigste über z.B. Elektronik und das richtige Benutzen der Bauwerkzeuge zu lernen. Danach bauen sie alle zusammen innerhalb ihrer dreijährigen Ausbildung ein komplettes Haus vom Rohbau bis zur fertigen Abnahme, Vor der Abschlussprüfung entscheidet man sich dann für ein Gewerk, in dem man dann offiziell „ausgebildet“ ist.

Bevor es für uns heute auf die Baustelle ging, musste wir vier uns vollständig in neon-gelb leuchtende Arbeitskleidung hüllen lassen. Für die Damen in der Runde gab es wegen der kleinen Größen kaum Auswahl, weswegen wir mit unserem Lehrer Perttu neben Utensilien für die Baustelle auch Hosen und Jacken in den richtigen Größen besorgen mussten. 

Kaum an der Baustelle angekommen, bestand unsere erste Aufgabe darin in einem Teil der Garage eine provisorische Umkleide für die Mädels einzurichten. Wir brachten ein Regal an die Wand an und machten dann mit den Laibungen der Fenster weiter. Da es dann auch bereits 14 Uhr geworden war, neigte sich unser Arbeitstag dem Ende zu und wir konnten den Nachmittag noch entspannt in einem hübschen Cafe in „Tampere-City“ verbringen. 

6.5.2019  - Tag 3

 

Moi!

Klingt fast wie „Moin“ – ist es auch! Unser zweites gelerntes finnisches Wort, es geht voran!

Heute waren wir zum ersten Mal in unserer Schule zur Sicherheitseinweisung, ohne die man hier in Finnland nicht auf einer Baustelle arbeiten darf. Zu unserem Unglück war diese allerdings auf Finnisch, wobei uns dann auch nicht das finnische Mädchen, welches uns das wichtigste auf Englisch übersetzen sollte, helfen konnte. Lustiger Weise sprach der Leiter der Sicherheitseinweisung sogar einige Sätze Deutsch und präsentierte uns stolz ein „Ick bin ein Bauingenieur“ und „Es können Unfälle passieren“.

Trotz der leichten Sprachbarrieren konnte jeder von uns den Test am Ende durch unsere ausgefeilte Teamarbeit mit voller Punktzahl bestehen! 

Haltet die Ohren steif, denn morgen werden wir euch zum ersten Mal vom aufregenden Baustellenleben berichten können!

 

PS: Moi heißt hier übrigens auch Tschüss – in diesem Sinne…

 

05.05.2019 - Tag 2

Moro!

 

Das bedeutet Hallo auf Finnisch und ist leider bisher das einzige Wort das wir verstehen. 

Unser heutiger Tag begann zum Glück mit Sonnenschein, weswegen wir uns kurzerhand entschieden einen Spaziergang zu machen und die Umgebung unserer Wohnung näher zu erkunden. Dabei stießen wir auf eine kleine Skipiste auf der sogar noch ein wenig Schnee lag.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit unsere Koffer final auszupacken und die Wohnung etwas auf Vordermann zu bringen. Danach haben wir noch einen kleinen Abstecher in die Innenstadt von Tampere gemacht. 

04.05.2019 - Tag 1

Hi!

 

Wir, vier Bauzeichner starteten heute unsere Reise nach Finnland.

Nachdem wir von Osnabrück mit dem Zug zum Flughafen nach Düsseldorf gefahren sind, hatten wir einen angenehmen, zweistündigen Flug nach Helsinki.

Von dort ging es weiter mit dem Bus durch ein schönes Landschaftsbild (ca. 2½ h), bei typisch finnischem Wetter… Schnee.

Angekommen in Tampere wurden wir von unserem Betreuer Thomas empfangen und zur Unterkunft begleitet. Auf dem Weg konnten wir gleich erste Einkäufe erledigen und Fragen klären.

In der Unterkunft zeigte er uns die Waschräume und das wahrscheinlich beste: die Sauna! In der Wohnung lernten wir bereits zwei unserer drei Mitbewohnern kennen. Danach ließen wir den Abend gemütlich ausklingen…

 

Kristina Brose, Ferdinand Feldkamp, Lena Schön und Sophia Struß